vom Fliegen und so

Ein Flugzeug benötigt einen Platz mit einer Landebahn, einem Terminal und den Passagieren (nennen wir sie PAX – ist im Verlauf kürzer)

Der Flughafen Berlin Schönefeld ist ein Ghetto unter den Flughäfen, echt unterirdisch der Service, die Auswahl und alleine das Gebäude. Da liebte ich mir noch den schönen gemütlichen Flughafen Tempelhof… genug Geschichte!

Es war also Check-In Zeit, ein ganz normaler Mittag, der Flug der Condor hatte selbstverständlich Verspätung (wie drei weitere abfliegende Flieger die erst Stunden später gingen) und die Pax waren schon mehr als aufgeregt. Alles schaute ungeduldig auf die Uhr und die kleine Serviceanzeige um zu sehen, wann denn nun endlich das Flugzeug bestiegen werden kann.

Der Aufruf zum Gate erfolgte dann doch wenig überraschend und vor allem 15 Minuten vor dem geplanten verspäteten Abflugtermin. An erster Stelle zwei Rollstuhlfahrer samt begleitender Familien. Zusammen waren es 6 Personen. Diese schienen wohl die erste Reihe gebucht zu haben, aber der Chef im Haus, also der Kapitän wollte aus sicherheitsgründen die erste Reihe nicht an die Rollstuhlfahrer vergeben. Diese sollten nun in der zweiten Reihe sitzen. Das Bodenpersonal hatte nun eine Diskussion zu führen, wieso sie denn die Reservierung tätigen konnte und nun einfach so umgesetzt werden sollte und sie dies nicht einsehe, etc. Das der Kapitän dies als Chance anbot mitzufliegen, weil er könnte ja auch sagen: „Sorry, wenn wir im Meer notwassern sollten, mag ich das nicht mit zwei Rollstuhlfahrern machen und…“ genug Spaß. Es war Todernst und die übrigen Pax wurden nun ungeduldig, da die Uhrzeit schon auf verspäteter Abflugzeit stand. Nix da, Diskussion war noch nicht fertig. Aber die Männer in oranger Weste schoben nun die Rolli-Fahrer ins Flugzeug und die ältere aufgebrachte Dame hatte dann plötzlich es auch eillig ins Flugzeug zu steigen.

Super, endlich ins Flug… NEIN.
Die Frauen vom Bodenpersonal konnten nun den Computer nicht bedienen, er hinge wohl. Die Kollegin meinte dreimal, dass sie es halt manuell machen und danach einscannen, aber zwischen Sagen und Tuen liegen dann auch Welten, okay. 10 Minuten!

Inzwischen – familiär bedingt kenne ich auch viel obskurere Geschichten aus Flugzeugen – befanden sich alle Pax an Board. Die Condor hatte ein neues Sicherheitsvideo, nett gemacht und amüsant anzusehen, ich hab dann doch von meiner Zeitungabgelassen und zugeschaut.

Das ein Flugzeug räumlich sehr beengt ist, musste dann auch das Baby feststellen, welches von Sitzreihe zur Reihe vor ihm weitergereicht wurde und dabei voll mit dem Kopf an die Kabinendecke gedonnert wurde. Die typischen Personen deckten sich dann – weil gratis ist gratis und Gier ist geil – mit dutzenden Zeitungen ein. Ich hab mitgezählt – am Ende waren es ganze acht Stück! Der Flug und Urlaub sind lang. Die Pax neben mir schüttelten ebenfalls nur den Kopf und typisch Flugzeug ist doch: Die letzten wollen die ersten sein. Jedesmal genauso amüsant: Die hintersten Reihen wollen am liebsten als erstes aussteigen – Boarding war nur von vorne dank Brücke möglich – und fingen dann mit der Stewardess an zu diskutieren, warum sie denn nicht hinten raus dürften, da ist doch auch eine Treppe. Frustriert drängelten die dann nach vorne – immer dem Ausgang entgegen, um dann auf Ihren Koffer zu warten.

Schönen Flug 🙂

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